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PPP - It is not a trip or vacation, it is a second life - Annika Heuss

 

<<It is not a trip or vacation, it is a second life>>

Mein Auslandsjahr in Denver, Colorado war nicht nur ein Jahr auf einem anderen Kontinent, sondern dieser zuvor unbekannte Ort wurde zu meinem zweiten zuhause.

<<Colorado the colorful>>: Höhe Berge, wunderschöne Flüsse, tolle Landschaft, interessante Städte und vieles mehr. Der Staat, über den ich zuvor so gut wie nichts wusste, war ein absoluter Glückstreffer.

 

Der erste Monat war sehr aufregend und vor allem als die Schule zwei Wochen nach meiner Ankunft startete, gab es unendlich viel Neues zu entdecken. Ich war noch nie so aufregend wie am ersten Schultag in den USA, es war aber alles halb so schlimm. Mein Schultag ging von 7:45 Uhr bis 15:25 Uhr und ich hatte insgesamt nur sieben verschiedene Kurse, die ich selber aussuchen konnte. Es gibt ein paar vorgeschriebene Fächer: Englisch, US-Geschichte und Mathe; die anderen Fächer konnte ich mehr oder weniger frei wählen, darunter auch Kurse, die es an deutschen Schulen in der Regel nicht gibt. Meine Lieblingsfächer waren Töpfern und Psychologie.

Ich hätte nie gedacht, dass mir eine Schule je so ans Herz wachsen wird. Das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler ist viel lockerer und freundschaftlicher als in Deutschland, die Sportarten werden von der Schule angeboten und es wird insgesamt sehr viel Zeit in der Schule verbracht, all diese Unterschiede machten es mir leichter freiwillig meine Freizeit in der Schule zu verbringen.

 

Sport hat an amerikanischen Schulen einen hohen Stellenwert. So trat ich gleich zu Beginn dem Cross Country Team bei und trainierte jeden Tag nach der Schule. Cross Country ist eigentlich ?nur? Rennen, aber sehr anstrengend. Das Team war total nett und ich habe gute Freunde gefunden. Jeden Samstag hatten wir ein Wettrennen über fünf Kilometer, was immer ein schöner Ausflug als Team war. Einmal sind wir sogar zu einem Wettrennen im Rocky Mountain National Park gefahren und haben dort das restliche Wochenende verbracht, sowas schweißt ein Team natürlich noch mehr zusammen.

 

In meinem Umfeld in Denver ist der Großteil der Menschen sehr liberal und demokratisch eingestellt. Deshalb war die Stimmung, nachdem Donald Trump zum Präsidenten gewählt worden war, entsprechend bedrückt. In der Schule wurde am nächsten Tag viel über die Wahlen gesprochen und es haben nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer geweint. Dazu muss man wissen, dass ein großer Teil der Menschen in Denver mexikanischer Herkunft ist. In meiner Schule haben mindestens 80 Prozent einen mexikanischen Hintergrund, manche von ihnen haben keine gültigen Papiere. Sie haben jetzt zurecht Angst.

 

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich super verstanden und echt viel erlebt, zum Beispiel sind wie über Thanksgiving nach Santa Fe in New Mexico gefahren. Von Denver aus waren wir in den Rocky Mountains Skifahren. Meine Gastmutter ist japanischer Abstammung, weshalb ich von dieser Kultur auch noch etwas mitbekam. Ich habe unter anderem das erste mal richtig gutes Sushi gegessen. Auch das mexikanische Essen habe ich zum ersten Mal probiert undes ist so lecker. An Weihnachten sind wir 15 Stunden mit dem Auto nach Wisconsin gefahren, um mit meiner Gastoma Weihnachten zu feiern. Zum Abschluss haben wir noch einen wunderschönen 2 wöchigen Roadtrip durch Colorado, Utah und  Nevada bis nach Kalifornien gemacht.

 

Im Februar hat die Lacrosse Saison begonnen, was mir nach dem typischen Wintertief sehr gut getan hat. Das Team war so nett und meine Trainerin sehr motivierend, sie hat mich von Anfang an als Startspielerin aufgestellt. Der Sport, von dem ich zuvor noch nie gehört habe, wurde sehr schnell zu meinem Lieblingssport. Für alle die Lacrosse noch nicht kennen: Lacrosse ist von den Regeln her wie Fußball, aber gespielt wird mit einem Schläger, der ein Netz hat, mit dem man den tennis großen, aber recht schweren Ball fängt und wirft.

 

An alle die, die noch daran zweifeln, ihr deutsches zuhause für ein Jahr zu verlassen, kann ich nur sagen, dass es eine der besten Entscheidungen meines bisherigen Lebens war (und ja: es ist nicht leicht zu gehen). So viele neue Leute kennengelernt, Erfahrungen gesammelt und Interessen entdeckt, habe ich noch nie in einem Jahr, es hat sich sehr gelohnt!

 

Bye beautiful Colorado, I?ll be back soon!

Von Annika Heuss